Großprojekte und deren Auswirkungen
Seit Jahren werden in Feucht verschiedene Leuchtturmprojekte beschlossen und parallel weiterverfolgt. Unseres Erachtens viel wichtigere Themenfelder, wie z.B. Schule, Kinderbetreuung und Sport werden dabei vernachlässigt und gehen unter. Alte, um nicht zu sagen uralte Beschlüsse zu Bauprojekten, wie z.B. die 2017 (!) beschlossene Neugestaltung der Nürnberger Straße, versinken im Dornröschenschlaf. Solide Bau- und damit einhergehende Finanzpolitik sieht anders aus.
Jedes „laufende“ Projekt bindet Personal und kostet laufend Geld. Verschiedene Mitarbeiter der Verwaltung des Marktes Feucht haben in den letzten 6 Jahren mehrfach genau darauf hingewiesen. Mit den Problemen der Personalkosten im Verwaltungshaushalt müssen die vorhandenen Personalressourcen effektiv und bedacht genutzt werden. Einer unnötigen Aufblähung der Verwaltung und damit der Personalkosten durch die Hintertür wegen immer neuer – unnötiger und nicht finanzierbarer – Bauprojekte treten wir klar entgegen.
Unsere Prioritätenliste:
- Sailer-Areal
- Konsequente Prüfung der Leerstände und Lösungen suchen und finden
- Sportstättensanierung
- Schule, ggf. Erweiterung nötig, Containerdorf zwischen den Hallen lösen
- Neugestaltung Nürnberger Straße: entweder Beschluss aufheben oder umsetzen
Ob bei dieser Prioritätenliste eine Umsetzung von Punkt 5. in der neuen Legislaturperiode möglich wäre, können wir nicht sagen. Mehr, als diese 5 Punkte sinnvoll anzugehen, ist aufgrund der Realitäten und der praktischen Erfahrungen in Feucht ehrlicherweise ausgeschlossen.
Streichliste:
- Überlegungen zu Erweiterungen oder Neubauten eines Rathauses: in Zeiten von Home-Office-Möglichkeiten und nach einem sehr teuren Umzug des Hauptamtes in die Altdorfer Straße halten wir derartige Überlegungen für nicht zeitgemäß.
- Museumsprojekte: hierbei handelt es sich u.E. um reine Luxuswünsche und Leuchtturmprojekte. Das Verhältnis von Nutzen für Feuchter Bürger zu Kosten ist für uns nicht gegeben. Sofern eine Mehrheit im Gemeinderat weiterhin einen Neu- oder Erweiterungsbau des HORM mit wesentlicher Verwendung öffentlicher Gelder verfolgen sollte, haben wir vor zwei Jahren bereits angekündigt, einen Bürgerentscheid anzustreben.
Aus Fehlern lernen:
Das Paul-Morath-Haus (PMH) ist saniert. Es war und ist seit Beginn der Legislatur immer wieder durchgehend Thema in den Gremien der Marktgemeinde gewesen. In der Bürgerversammlung vom 19.01.2026 hat BM Kotzur mitgeteilt, dass für 18 altengerechte Wohnungen insgesamt 6,1 Millionen Euro ausgegeben wurden. 6,1 Millionen Euro! Wenn wir von 18-36 Bewohnern ausgehen, dann sind das ca. TEUR 338 für 1-2 Personen. Abgesehen davon, dass dieses Kosten/Nutzenverhältnis wirklich krass ist, hätte diese Pflichtaufgabe auch durch Verkauf des Gebäudes an eine gemeinnützige Wohnbauorganisation erfüllt werden können. Diese hätte sich dann gemäß den Auflagen der Gemeinde spezialisiert um die Sanierung und Vermietung dieser Wohnungen kümmern können. Unsere Verwaltung hätte sehr, sehr viel Zeit für andere Projekte gehabt. Und in unserem Haushalt hätten wir heute entweder mehr Spielraum oder eben mit diesem Geld in der Zwischenzeit ein anderes Projekt finanzieren können.
Ob man das PMH nun als Fehler betrachtet oder nicht, ob man dafür oder dagegen ist. Es wird jedenfalls an dieser Baustelle glasklar sichtbar, was es bedeutet, sich für ein Großprojekt zu entscheiden: unsere Mitarbeiter und jeden Euro für eine Finanzierung können wir leider nicht zerteilen. Bei der Prioritätensetzung ist u.E. ehrlicher und langfristiger zu denken als es die bisherige Praxis im Marktgemeinderat ist.